Eine Website durchläuft im Laufe ihres Lebens vier heikle Momente: den Umzug auf einen neuen Server, die Neuinstallation, das Löschen und den Tag, an dem sie plötzlich nicht mehr funktioniert.
Alle vier sind beherrschbar, wenn Sie die Reihenfolge einhalten und vorher wissen, wo die Fallen liegen.
Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch.
Inhalt
- WordPress auf einen neuen Server umziehen
- Die drei Fehler, die beim Umzug wirklich schmerzen
- WordPress neu installieren
- WordPress wieder löschen
- „Die Website weist technische Schwierigkeiten auf“
- Die Seite wird falsch dargestellt
- Fazit
WordPress auf einen neuen Server umziehen
Gründe für einen Wechsel gibt es viele: langsame Ladezeiten, schlechter Support, ein günstigeres Angebot oder ein Tarif, der für Ihre gewachsene Website zu klein geworden ist.
Technisch besteht Ihre Website aus zwei Teilen, und beide müssen mit.
Die Dateien enthalten WordPress selbst, Ihr Theme, die Plugins und Ihre Bilder.
Die Datenbank enthält Ihre Beiträge, Seiten, Einstellungen und Benutzer.
Wer nur die Dateien überträgt, hat einen leeren WordPress-Rohbau auf dem neuen Server, und genau das ist der klassische Anfängerfehler.
Der Weg von Hand
- Vollständiges Backup erstellen. Dateien und Datenbank aus demselben Zeitpunkt. Mit „UpdraftPlus“ oder „Duplicator“ geht das in wenigen Klicks, und dieses Backup ist Ihr einziger Rückweg.
- Datenbank exportieren. Im Verwaltungsbereich Ihres Anbieters öffnen Sie „phpMyAdmin“, wählen die Datenbank und exportieren sie im Format SQL. Die Schnelleinstellung genügt.
- Dateien übertragen. Mit einem Programm wie „FileZilla“ laden Sie den gesamten Inhalt des WordPress-Verzeichnisses herunter und auf dem neuen Server wieder hoch. Versteckte Dateien wie
.htaccessmüssen dabei mitkommen, prüfen Sie deshalb, ob Ihr Programm sie überhaupt anzeigt. - Datenbank importieren. Auf dem neuen Server legen Sie eine leere Datenbank an, öffnen wieder „phpMyAdmin“ und importieren die exportierte Datei.
- Zugangsdaten anpassen. In der Datei
wp-config.phptragen Sie Name, Benutzer und Passwort der neuen Datenbank ein. Übersehen wird häufig der Datenbankserver, der bei vielen Anbietern nicht einfach der eigene Rechner ist, sondern eine eigene Adresse hat. Ohne den richtigen Wert erhalten Sie die Meldung, dass keine Datenbankverbindung aufgebaut werden kann. - Auf dem neuen Server testen, bevor Sie umschalten. Der wichtigste Schritt, und er fehlt in fast jeder Anleitung. Über eine Vorschauadresse Ihres Anbieters oder einen Eintrag in der Datei
hostsIhres Rechners rufen Sie die neue Installation auf, während Besucher noch die alte sehen. - Domain umstellen. Erst wenn der Test sauber war, ändern Sie die DNS-Einträge auf die Adresse des neuen Servers.
Der Weg mit Plugin
Für die meisten Websites ist das der bessere Weg.
„Duplicator“ oder „All-in-One WP Migration“ packen Dateien und Datenbank in ein Paket, das Sie auf dem neuen Server entpacken, und passen die Zugangsdaten und Adressen selbst an.
Die Grenze liegt bei der Dateigröße, denn große Mediensammlungen sprengen die Upload-Beschränkung vieler Anbieter.
Dann bleibt der Weg von Hand.
Fragen Sie außerdem bei Ihrem neuen Anbieter nach, ob er den Umzug übernimmt.
Viele machen das kostenlos, weil sie den Kunden gewinnen wollen, und Sie tragen dann nicht das Risiko.
Die drei Fehler, die beim Umzug wirklich schmerzen
1. Den alten Server zu früh kündigen.
Nach der DNS-Änderung dauert es bis zu 48 Stunden, bis alle Besucher beim neuen Server landen.
In dieser Zeit sind beide Server im Einsatz, je nachdem, wo der Besucher sitzt.
Die praktische Folge ist unangenehm: eine Anfrage über Ihr Formular kann in dieser Zeit auf dem alten Server landen, wo Sie sie nie sehen.
Lassen Sie den alten Vertrag deshalb mindestens eine Woche länger laufen und prüfen Sie beide Postfächer.
Setzen Sie außerdem, wenn Ihr Anbieter das erlaubt, die Gültigkeitsdauer der DNS-Einträge einen Tag vor dem Umzug herunter, dann geht die Umstellung deutlich schneller.
2. Die Adressen in der Datenbank vergessen.
Das betrifft Sie nur, wenn sich gleichzeitig die Domain ändert.
WordPress speichert die vollständige Adresse in den Inhalten, also in jedem Bildverweis und jedem internen Link.
Wird die Domain getauscht, ohne diese Einträge zu ersetzen, zeigen alle Bilder und Links weiter auf die alte Adresse.
Dafür gibt es eine Suchen-und-Ersetzen-Funktion, die auch verschachtelte Daten korrekt behandelt, und genau darauf müssen Sie achten: ein einfaches Ersetzen in der Datenbank zerstört Theme- und Plugin-Einstellungen.
3. Das Testen nach dem Umzug auslassen.
Prüfen Sie fünf Dinge, und zwar als Gast im privaten Fenster.
Startseite, eine Unterseite, ein Bild in voller Größe, das Kontaktformular mit einer echten Testanfrage und die Anmeldung im Verwaltungsbereich.
Das Formular ist der wichtigste Test, weil der Mailversand am neuen Server oft anders eingerichtet ist und Anfragen sonst still verschwinden.
Und kontrollieren Sie, ob das Zertifikat für die Verschlüsselung auf dem neuen Server aktiv ist, sonst warnt der Browser Ihre Besucher.
WordPress neu installieren
Bei allen gängigen Anbietern läuft die Installation heute über einen Assistenten, hier am Beispiel von „Ionos“.
- Hosting-Paket wählen. Achten Sie weniger auf den Speicherplatz als auf die PHP-Version und die Datenbankanzahl, denn daran scheitern kleine Tarife später.
- WordPress im Verwaltungsbereich auswählen. Unter dem Punkt Webhosting finden Sie eine Liste installierbarer Anwendungen, darunter WordPress.
- Installation einrichten. Sie geben Benutzername, Passwort und den Titel der Website an. Nehmen Sie keinen Benutzernamen wie „admin“, denn genau dieser wird bei automatisierten Angriffen zuerst durchprobiert.
- Installation abschließen. Das dauert wenige Minuten.
- Grundeinstellungen setzen. Theme wählen, Plugins ergänzen, Seiten anlegen. Stellen Sie außerdem gleich die Permalinks auf eine sprechende Struktur um, bevor Inhalte entstehen, denn eine späte Änderung verändert alle Ihre Adressen.
Ein Hinweis zu vorkonfigurierten WordPress-Tarifen: dort sind manche Eingriffe gesperrt, etwa bestimmte Plugins oder der Zugriff auf einzelne Dateien.
Das ist für Einsteiger bequem und wird lästig, sobald Sie etwas Eigenes umsetzen wollen.
WordPress wieder löschen
Eine Warnung vorweg, weil dieser Schritt endgültig ist.
Wenn Sie eine WordPress-Installation löschen, verschwinden in der Regel auch die zugehörige Datenbank und damit alle Beiträge, Seiten und Bilder.
Es gibt keinen Papierkorb dafür.
Erstellen Sie also vorher ein vollständiges Backup, etwa mit „UpdraftPlus“, und laden Sie es auf Ihren eigenen Rechner herunter, nicht nur in einen Speicher beim selben Anbieter.
Bei „Bluehost“
- Im Konto anmelden.
- Im linken Menü den Punkt für Ihre Websites öffnen.
- Die betreffende Website zur Verwaltung auswählen.
- In den Einstellungen zu den Aktionen für diese Website scrollen.
- Das Löschen auswählen und bestätigen.
Bei „SiteGround“
- Im Konto anmelden.
- Zum Bereich der Websites wechseln.
- Die Werkzeuge der betreffenden Website öffnen.
- Dort den Punkt zur Verwaltung der WordPress-Installationen aufrufen.
- Die Installation über das Löschsymbol entfernen.
Bei „HostGator“
- Im Konto anmelden.
- Zum Hosting-Bereich wechseln.
- Die Verwaltung der betreffenden Website öffnen.
- In den Einstellungen das Löschen auswählen.
- Bestätigen.
Bei deutschen Anbietern heißen die Punkte anders, das Prinzip ist dasselbe: Verwaltungsbereich, Anwendung oder Website auswählen, entfernen.
Finden Sie den Weg nicht, löschen Sie die Dateien über den Dateizugriff und die Datenbank über die Datenbankverwaltung.
Was danach zu tun ist
Drei Punkte, die gern vergessen werden.
Die Domain läuft weiter, auch wenn die Website weg ist, und zeigt dann eine Fehlerseite des Anbieters.
Legen Sie dort eine einfache Seite mit Ihren Kontaktdaten ab, solange die Domain noch Ihnen gehört, denn Besucher kommen weiterhin über alte Links und Verzeichnisse.
Kündigen Sie außerdem das Hosting gesondert, denn das Löschen der Installation beendet keinen Vertrag.
Und wenn Sie stattdessen auf ein anderes System wechseln oder die Website neu bauen wollen, behalten Sie das Backup, denn Ihre Texte und Bilder sind die eigentliche Arbeit, nicht die Technik.
„Die Website weist technische Schwierigkeiten auf“
Diese Meldung ist keine allgemeine Serverstörung, sondern eine ganz bestimmte Nachricht von WordPress selbst.
Sie erscheint, wenn ein Plugin oder das Theme einen schweren Programmfehler auslöst, meist unmittelbar nach einem Update.
Das ist wichtig, weil sich daraus ergibt, wer etwas tun kann.
Wenn Sie nur Besucher sind
- Seite neu laden. Manchmal war es ein einmaliger Aussetzer.
- Zwischenspeicher und Cookies löschen und erneut aufrufen.
- Anderen Browser oder ein anderes Gerät probieren, um Ihre eigene Umgebung auszuschließen.
- Die eigene Internetverbindung prüfen, indem Sie eine andere Website öffnen.
- Später wiederkommen. Liegt es an der Website, kann nur der Betreiber es beheben.
Ob die Website für alle nicht erreichbar ist oder nur für Sie, klären Dienste, die eine Adresse von außen aufrufen und den Status melden.
Vermuten Sie ein Problem mit der Namensauflösung, hilft es, testweise einen öffentlichen DNS-Dienst einzutragen.
Und über die „Wayback Machine“ des Internet Archive sehen Sie frühere Fassungen einer Seite, wenn Sie dringend an einen Inhalt müssen, der gerade nicht erreichbar ist.
Wenn es Ihre eigene Website ist
Hier liegt die eigentliche Lösung, und in den meisten Anleitungen fehlt sie.
Der Browser-Zwischenspeicher hilft Ihnen nicht, denn der Fehler liegt auf dem Server.
- Ihr Postfach prüfen. WordPress schickt bei diesem Fehler eine Nachricht an die Administrator-Adresse, und die enthält den Namen des verursachenden Plugins sowie einen Link in einen Reparaturmodus. Damit sind Sie oft in zwei Minuten fertig.
- Den Plugin-Ordner umbenennen. Kommt keine Nachricht, benennen Sie über den Dateizugriff das Verzeichnis der Plugins um. WordPress schaltet dann alle Plugins ab und Sie kommen wieder in den Verwaltungsbereich.
- Einzeln wieder einschalten. Benennen Sie den Ordner zurück und aktivieren Sie ein Plugin nach dem anderen, bis der Fehler erneut auftritt. Das ist der Schuldige.
- Auf ein Standard-Theme umstellen. Bleibt der Fehler auch ohne Plugins, liegt es am Theme.
- In die Fehlerprotokolle schauen. Jeder Anbieter stellt sie im Verwaltungsbereich bereit. Dort steht die betroffene Datei mit Zeilennummer, und damit ist die Ursache eindeutig.
- Die PHP-Version prüfen. Eine häufige Ursache, an die niemand denkt: der Anbieter hat PHP angehoben und ein altes Plugin verträgt die neue Version nicht.
Und wenn nichts davon greift, spielen Sie das Backup zurück.
Genau für diesen Moment existiert es.
Die Seite wird falsch dargestellt
Hier ist die Website erreichbar, sieht aber falsch aus: verschobene Kästen, fehlende Bilder, unleserliche Schrift, ein zerbrochenes Layout auf dem Handy.
1. Das Problem genau benennen
Betrifft es alle Seiten oder eine, alle Geräte oder nur das Handy, alle Browser oder einen?
Diese drei Antworten grenzen die Ursache stärker ein als jedes Werkzeug.
2. Zwischenspeicher leeren, und zwar alle
Das ist mit Abstand die häufigste Ursache nach einer Änderung.
Es gibt in der Regel drei Ebenen: Ihren Browser, ein Caching-Plugin in WordPress und oft noch einen Dienst, der Ihrer Website vorgeschaltet ist.
Leeren Sie alle drei, sonst sehen Sie weiter die alte Fassung, und Ihre Besucher ebenfalls.
Genau hier passiert der häufigste Irrtum: eingeloggte Nutzer bekommen häufig die frische Fassung, Gäste die alte.
Prüfen Sie deshalb immer im privaten Fenster.
3. In mehreren Browsern und auf echten Geräten prüfen
Tritt der Fehler nur in einem Browser auf, liegt es an einer Eigenheit dieses Browsers oder an Ihren Erweiterungen.
Ein Werbeblocker entfernt Elemente, und manchmal auch solche, die zum Layout gehören.
4. Die Entwicklerwerkzeuge nutzen
Jeder Browser bringt sie mit: die „Chrome DevTools“, die Web-Konsole in Firefox, der Web-Inspektor in Safari.
Öffnen Sie den Bereich für Meldungen.
Rote Einträge nennen die Datei, die nicht geladen werden konnte, und damit haben Sie die Ursache meist schon gefunden.
Häufig steht dort eine Datei, die noch unverschlüsselt geladen wird, oder eine, die es nach einem Umzug nicht mehr gibt.
5. WordPress und Plugins prüfen
Erschien der Fehler direkt nach einem Update, ist die Ursache klar.
Deaktivieren Sie die Plugins einzeln, um das verantwortliche zu finden, und prüfen Sie insbesondere Caching- und Optimierungs-Plugins.
Deren Funktionen zum Zusammenfassen und Verkleinern von CSS und JavaScript sind die häufigste Ursache für ein zerbrochenes Layout überhaupt.
Schalten Sie diese Funktionen einzeln aus, statt das ganze Plugin zu verwerfen.
Fazit
Beim Umzug gilt: Dateien und Datenbank gehören zusammen, auf dem neuen Server testen Sie vor der DNS-Umstellung, und der alte Vertrag läuft eine Woche länger.
Beim Löschen gilt: Backup auf den eigenen Rechner, denn es gibt keinen Papierkorb.
Und bei einem Fehler gilt: zuerst ins Postfach schauen, denn WordPress nennt Ihnen den Verursacher oft selbst.
Sollten Sie nach all dem immer noch feststecken, notieren Sie den genauen Wortlaut der Fehlermeldung und die letzte Änderung, die Sie vorgenommen haben.
Mit diesen zwei Angaben findet jeder Fachmann die Ursache in Minuten, ohne sie ist es Rätselraten!



