Die erste Frage lautet fast immer: was kostet das?
Und die häufigste Antwort im Internet lautet „das hängt davon ab“, was niemandem weiterhilft.
Deshalb stehen in diesem Beitrag konkrete Zahlen, danach die Faktoren, die diese Zahlen nach oben oder unten bewegen, und am Ende die Punkte, an denen Sie erkennen, ob Sie beim Richtigen sind.
Inhalt
- Was eine Website tatsächlich kostet
- Was den Preis nach oben treibt
- Die laufenden Kosten, die oft vergessen werden
- Wie lange die Erstellung dauert
- Das richtige Template auswählen
- Wie Sie den richtigen Webdesigner finden
- Warnsignale, bei denen Sie abbrechen sollten
- Fazit
Was eine Website tatsächlich kostet
Diese Spannen gelten für Anbieter, die Websites für kleine und mittlere Unternehmen erstellen und nicht auf eine einzelne Branche spezialisiert sind.
- One-Pager, eine einzige lange Seite: 400 € bis 1.200 €
- Bis zu 5 Seiten, also etwa Start, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt: 800 € bis 2.500 €
- Bis zu 10 Seiten oder mit einem angebundenen System wie Terminvergabe oder Shop: 1.500 € bis 10.000 €
Warum sind die Spannen so breit?
Weil zwei Anbieter beim gleichen Seitenumfang völlig unterschiedliche Arbeit leisten können.
Der eine setzt ein gekauftes Template ein, tauscht Bilder und Texte und ist fertig.
Der andere schreibt die Texte, erstellt die Bilder, richtet die Messung ein und optimiert für Suchmaschinen.
Beides heißt „Website mit fünf Seiten“ und ist nicht dasselbe Produkt.
Spezialisierte Anbieter liegen deutlich darüber.
Eine Website mit fünf Seiten kann bei einem Anbieter, der ausschließlich Dachdecker betreut, auch 20.000 € kosten, weil dort Branchenwissen, fertige Texte und erprobte Abläufe mitverkauft werden.
Ob dieser Aufpreis sich für Sie lohnt, entscheidet allein die Frage, ob die Website danach messbar mehr Aufträge bringt.
Was den Preis nach oben treibt
Fünf Faktoren, nach Gewicht sortiert.
1. Wer die Texte schreibt
Das ist der am meisten unterschätzte Posten.
Liefern Sie fertige Texte, sinkt der Preis und das Projekt wird schneller.
Soll der Webdesigner sie schreiben, ist das echte Arbeitszeit und schlägt entsprechend zu Buche.
Und hier steckt die häufigste Projektverzögerung überhaupt: nicht die Technik, sondern die Texte, die der Kunde noch liefern wollte.
2. Funktionen jenseits von Text und Bild
Terminbuchung, Kundenbereich mit Anmeldung, Shop, mehrere Sprachen, Anbindung an Ihre Warenwirtschaft.
Jede dieser Funktionen muss eingerichtet, getestet und später gepflegt werden.
3. Individuelles Design gegen Template
Ein angepasstes Template ist für die meisten Betriebe völlig ausreichend und deutlich günstiger.
Ein von Grund auf entworfenes Design lohnt sich dann, wenn Ihre Marke selbst ein Verkaufsargument ist.
4. Bilder
Eigene Fotos wirken immer besser als Stockmaterial, kosten aber einen Fototermin.
Bei Handwerk, Gastronomie und Praxen ist dieses Geld erfahrungsgemäß am besten angelegt, weil dort die Glaubwürdigkeit über die Bilder entsteht.
5. Suchmaschinenoptimierung
Eine Website zu bauen und eine Website zu bauen, die gefunden wird, sind zwei verschiedene Leistungen.
Fragen Sie deshalb ausdrücklich nach, ob Suchmaschinenoptimierung im Angebot enthalten ist oder nicht.
Eine schöne Website, die niemand findet, ist eine teure Visitenkarte.
Die laufenden Kosten, die oft vergessen werden
Die Erstellung ist eine Einmalzahlung, der Betrieb nicht.
- Domain. Die Adresse Ihrer Website, ein kleiner Jahresbetrag.
- Hosting. Der Speicherplatz, auf dem die Website läuft, monatlich. Am billigsten Tarif zu sparen rächt sich über die Ladezeit.
- Lizenzen. Template und kostenpflichtige Erweiterungen laufen meist jährlich. Läuft die Lizenz aus, bekommen Sie keine Updates mehr, und damit wird aus einer Ersparnis ein Sicherheitsrisiko.
- Wartung. Backups, Updates, Kontrolle. Entweder Sie machen es selbst oder Sie geben es ab.
- Inhaltspflege. Neue Angebote, neue Fotos, geänderte Öffnungszeiten.
Lassen Sie sich diese Posten im Angebot getrennt ausweisen.
Ein Angebot, das nur eine Summe nennt, verbirgt in der Regel, welche laufenden Kosten im zweiten Jahr auf Sie zukommen.
Wie lange die Erstellung dauert
Auch hier konkrete Werte, für jemanden, der sein Handwerk beherrscht.
- One-Pager ohne angebundene Systeme: zwei bis drei Tage.
- Fünf Seiten wie Start, Über uns, Kontakt, Leistungen und Referenzen: zwei bis drei Wochen.
- Mehr Seiten oder eigene Funktionen: entsprechend länger, bei einem Shop mit Anbindung an bestehende Systeme durchaus mehrere Monate.
Diese Zahlen sind reine Arbeitszeit.
Die Kalenderzeit ist fast immer länger, und der Grund liegt selten beim Webdesigner.
Vier Dinge verlängern ein Projekt zuverlässig: fehlende Texte, fehlende Bilder, eine Rückmeldung, die zwei Wochen dauert, und Wünsche, die erst nach der Fertigstellung geäußert werden.
Wollen Sie schnell fertig werden, legen Sie Texte und Bilder vor dem Start bereit und benennen Sie eine Person, die entscheiden darf.
Das verkürzt die Dauer stärker als jede Zusage des Anbieters.
Das richtige Template auswählen
Wenn Sie den Weg über ein gekauftes Template gehen, entscheidet die Auswahl über den späteren Aufwand.
Gute Templates für praktisch jede Branche liegen bei 20 € bis 80 €.
Auf „Themeforest“ finden Sie die größte Auswahl.
- In Ihrer Nische suchen. Nicht nach „Business“, sondern nach dem englischen Begriff Ihrer Branche, etwa „Doctor“, „Lawyer“ oder „Restaurant“. Ein Template, das Ihre Struktur schon vorsieht, spart Ihnen die halbe Arbeit.
- Auf Bewertungen achten, nicht auf den Preis. Mindestens 20 positive Bewertungen, je mehr desto besser. Ein Template mit vielen Bewertungen ist erprobt, ein günstigeres ohne Bewertungen ist ein Risiko.
- Die Demo prüfen, und zwar auf dem Handy. Genau hier wird der Fehler gemacht: die Demo sieht am Rechner gut aus und fällt auf dem Telefon auseinander.
- Datum der letzten Aktualisierung ansehen. Ein Template, das seit zwei Jahren nicht gepflegt wurde, bricht beim nächsten größeren WordPress-Update.
- Funktionen abgleichen. Reagiert es auf alle Bildschirmgrößen, lässt es sich anpassen, arbeitet es mit den Erweiterungen zusammen, die Sie brauchen.
Es gibt auch Pakete mit mehreren Templates für verschiedene Nischen.
Die sind günstig, lohnen aber nur, wenn genau das Template für Ihre Branche darin das beste ist.
Ein Paket mit neun unpassenden und einem passenden Template ist kein Schnäppchen.
Wie Sie den richtigen Webdesigner finden
Sechs Punkte, die sich in der Praxis bewährt haben.
1. Ziel vorher festlegen
„Wir brauchen eine neue Website“ ist kein Ziel.
„Wir wollen pro Monat fünf Anfragen mehr“ ist eines, und daran lässt sich hinterher messen, ob das Geld gewirkt hat.
2. Referenzen prüfen, nicht nur ansehen
Rufen Sie zwei oder drei der gezeigten Websites tatsächlich auf, am Handy.
Laden sie schnell, sind sie noch aktuell, funktionieren die Formulare?
Ein Portfoliobild sagt nichts darüber, ob die Website heute noch läuft.
3. Auf die Kommunikation achten
Wie lange dauert die Antwort auf Ihre erste Anfrage, und wird in verständlicher Sprache geantwortet?
Wer vor dem Auftrag drei Tage braucht, braucht sie danach auch.
4. Budget offen nennen
Viele verschweigen ihr Budget, um ein besseres Angebot zu bekommen.
Das führt nur dazu, dass Sie Angebote erhalten, die nicht passen, und Zeit verlieren.
Ein genannter Rahmen sorgt dafür, dass jemand den Umfang darauf zuschneidet.
5. Nach dem Danach fragen
Wer pflegt die Website nach der Fertigstellung, was kostet eine Änderung, wie schnell ist jemand erreichbar, wenn die Seite ausfällt?
Klären Sie das vor der Beauftragung, nicht im Störungsfall.
6. Auf die erste Frage hören
Ein aussagekräftiges Zeichen.
Fragt Ihr Gegenüber zuerst nach Farben und Schriften, geht es um Optik.
Fragt er zuerst, woher Ihre Kunden bisher kommen und was sie vor dem Kauf wissen müssen, geht es um Ihr Geschäft.
Warnsignale, bei denen Sie abbrechen sollten
Der wichtigste Abschnitt dieses Beitrags, weil hier wirklich Geld verloren geht.
- Die Domain wird nicht auf Ihren Namen angemeldet. Die Adresse Ihrer Website muss Ihnen gehören. Läuft sie auf den Dienstleister, kommen Sie im Streitfall nicht mehr an Ihre eigene Website. Das ist die teuerste Falle in dieser ganzen Branche.
- Sie bekommen keine Zugangsdaten. Zugang zu Hosting und Verwaltungsbereich gehört Ihnen, auch wenn Sie ihn nie benutzen.
- Garantierte Platz 1 bei Google. Diese Zusage kann niemand halten, weil die Reihenfolge nicht verkäuflich ist. Wer sie gibt, verkauft Ihnen etwas, das er nicht besitzt.
- Kein schriftlicher Leistungsumfang. Ohne Liste, was enthalten ist, wird jede spätere Änderung zur Verhandlung.
- Ein Preis, der weit unter allen anderen liegt. Dann fehlt etwas: die Texte, die Optimierung, die Wartung oder die Erreichbarkeit danach.
Lassen Sie sich vor der Beauftragung schriftlich bestätigen, dass Domain und Zugänge auf Sie laufen.
Ein seriöser Anbieter macht das ohne Zögern.
Fazit
Rechnen Sie bei einer gewöhnlichen Firmenwebsite mit fünf Seiten mit 800 € bis 2.500 € einmalig und mit laufenden Kosten für Domain, Hosting, Lizenzen und Wartung.
Zwei bis drei Wochen Arbeitszeit sind realistisch, sofern Texte und Bilder vorliegen.
Achten Sie beim Vergleich nicht auf die Summe, sondern darauf, was in der Summe enthalten ist, und bestehen Sie darauf, dass Domain und Zugänge Ihnen gehören.
Sollten Sie nach mehreren Angeboten noch unsicher sein, liegt es meist daran, dass die Angebote unterschiedliche Leistungen beschreiben und deshalb nicht vergleichbar sind.
Schreiben Sie in diesem Fall selbst eine Liste der zehn Dinge, die Ihre Website können muss, und lassen Sie jeden Anbieter diese Liste abhaken.
Dann vergleichen Sie endlich Gleiches mit Gleichem!
Wollen Sie eine Einschätzung für Ihren konkreten Fall, besprechen wir das in einem Beratungsgespräch.

