WordPress PHP Version: Finden, prüfen und auf PHP 8 aktualisieren
Ihre WordPress-Website läuft auf PHP.
Jede Seite, die ein Besucher aufruft, wird vorher von einem PHP-Interpreter auf Ihrem Server zusammengebaut, und welche Version dieses Interpreters dort arbeitet, entscheidet über Sicherheit, Tempo und darüber, ob Ihre Plugins überhaupt funktionieren.
Trotzdem wissen die meisten Website-Betreiber nicht, welche Version bei ihnen läuft.
Dieser Artikel zeigt Ihnen zuerst, warum die Zahl wichtig ist, danach vier Wege, sie herauszufinden, und zum Schluss, wie Sie sauber auf PHP 8 und höher wechseln, ohne Ihre Seite abzuschießen.
Warum die PHP-Version über Ihre Website entscheidet
PHP ist eine serverseitige Skriptsprache, und WordPress ist vollständig darin geschrieben.
Die Version dieser Sprache wirkt sich auf drei Dinge unmittelbar aus.
Sicherheit. Jede PHP-Version hat ein End-of-Life, und danach erscheinen keine Sicherheitsupdates mehr.
Was das bedeutet?
Das bedeutet, dass jede neu gefundene Schwachstelle in dieser Version dauerhaft offen bleibt, und Angriffe auf veraltete PHP-Stände laufen automatisiert, nicht gezielt.
PHP 7.4 erhielt am 28. November 2022 sein letztes Update, PHP 8.0 am 26. November 2023, PHP 8.1 lief Ende 2025 aus.
Wer heute noch auf einer dieser Versionen sitzt, betreibt eine Website mit bekannten, ungepatchten Lücken.
Kompatibilität. Plugins und Themes setzen Mindestversionen voraus, und umgekehrt brechen alte Plugins an neuen PHP-Versionen.
Ohne die Kenntnis Ihrer Version können Sie keine dieser Angaben einordnen.
Tempo. Der große Sprung liegt zwischen PHP 7.x und PHP 8.x, und er ist je nach Anwendung deutlich.
Ein klassischer WordPress-Blog gewinnt beim Wechsel von 7.4 auf 8.3 oder 8.4 rund 5 bis 7 Prozent Durchsatz, ein WooCommerce-Shop dagegen bis zu 60 Prozent.
Zwischen den 8er-Versionen untereinander bewegt sich dagegen kaum noch etwas, der Wechsel von 8.2 auf 8.4 ist also eine Sicherheits-, keine Performance-Maßnahme.
Methode 1: Der Website-Zustand im WordPress-Backend
Das ist der schnellste Weg, er braucht kein Plugin und keinen FTP-Zugang.
- Dashboard öffnen: Melden Sie sich in Ihrem WordPress-Backend an.
- Website-Zustand aufrufen: Gehen Sie auf „Werkzeuge“ und dann auf „Website-Zustand“. In neueren WordPress-Versionen finden Sie denselben Punkt auch unter „Einstellungen“.
- Info-Tab wählen: Klicken Sie oben auf den Reiter „Info“.
- Server aufklappen: Scrollen Sie zum Abschnitt „Server“ und klappen Sie ihn auf, dort steht die Zeile „PHP-Version“.
Praktisch ist dabei, dass derselbe Bereich unter „Status“ auch gleich warnt, wenn Ihre Version veraltet ist.
Methode 2: Ein Plugin
Wollen Sie die Zahl dauerhaft im Blick behalten, übernimmt das ein kleines Plugin.
„Display PHP Version“ blendet die Version direkt im Dashboard-Widget „Auf einen Blick“ ein, ganz ohne Einstellungen.
„Query Monitor“ kann dasselbe und liefert zusätzlich Ladezeiten, Datenbankabfragen und PHP-Fehler pro Seitenaufruf.
Bedenken Sie dabei: Jedes Plugin ist zusätzlicher Code auf Ihrer Website.
Für eine einmalige Prüfung ist Methode 1 die bessere Wahl, und „Query Monitor“ gehört nach der Fehlersuche wieder deinstalliert.
Methode 3: Das Kundenmenü Ihres Hosters
Jeder Hoster zeigt die eingestellte Version in seiner Verwaltungsoberfläche an, meist im Bereich Webspace, Datenbanken oder PHP-Einstellungen.
Bei All-Inkl finden Sie sie im KAS unter den Domain-Einstellungen, bei Strato unter „Datenbanken und Webspace“ und dort unter „PHP-Version einstellen“, bei IONOS unter den Webspace-Einstellungen.
Achtung an dieser Stelle: Dort steht, was eingestellt ist, nicht zwingend das, was tatsächlich läuft.
Sobald eine .htaccess im Verzeichnis eine eigene Version erzwingt, weicht der angezeigte Wert vom realen ab.
Im Zweifel gilt immer der Wert, den WordPress oder eine phpinfo-Datei ausgibt.
Methode 4: Eine phpinfo-Datei
Diese Methode zeigt nicht nur die Version, sondern die komplette PHP-Konfiguration mit allen geladenen Erweiterungen und Limits.
- Datei erstellen: Legen Sie eine Textdatei namens
phpinfo.phpan und schreiben Sie genau eine Zeile hinein:<?php phpinfo(); ?> - Hochladen: Laden Sie die Datei per FTP oder SFTP in das Stammverzeichnis Ihrer Website, also dorthin, wo auch die
wp-config.phpliegt. - Aufrufen: Öffnen Sie
https://ihredomain.de/phpinfo.phpim Browser, die Version steht ganz oben in der Kopfzeile. - Sofort löschen: Entfernen Sie die Datei unmittelbar danach wieder vom Server.
Diesen letzten Schritt dürfen Sie auf keinen Fall überspringen!
Eine offen erreichbare phpinfo-Datei verrät jedem Besucher Ihre Serverkonfiguration, die Pfade auf der Festplatte und jede installierte Erweiterung, und genau danach suchen automatisierte Scanner.
Welche PHP-Version Sie nutzen sollten
WordPress verlangt als absolutes Minimum PHP 7.4 und empfiehlt laut wordpress.org PHP 8.3 oder höher.
Die offizielle Unterstützung kam schrittweise: WordPress 5.6 erklärte Ende 2020 die Kompatibilität mit PHP 8.0, WordPress 6.4 unterstützt PHP 8.3, WordPress 6.8 dann PHP 8.4.
Im Mai 2026 hat das Core-Team zusätzlich das „Beta“-Label für die PHP-Versionsunterstützung abgeschafft, weil dieses Etikett laut eigener Aussage Endnutzer und Hoster davon abgehalten habe, überhaupt zu aktualisieren.
Die praktische Empfehlung lautet damit PHP 8.3 oder 8.4.
Beide sind aktiv im Support, die Plugin-Landschaft ist darauf eingestellt, und Sie haben Jahre Ruhe, bevor die nächste Umstellung ansteht.
Was PHP 8 tatsächlich mitbringt
Die Versionssprünge werden gern beworben, deshalb hier nur die Punkte, die für eine WordPress-Website eine Rolle spielen.
- Just-in-Time-Kompilierung (JIT): klingt spektakulär, bringt bei WordPress aber wenig, weil der Flaschenhals dort Datenbank und Dateisystem sind, nicht die reine Rechenlast.
- Schnellere Ausführung im Kern: genau hier liegt der reale Gewinn, spürbar vor allem bei WooCommerce und großen Seitenzahlen.
- Strengere Fehlerbehandlung: Konstruktionen, die PHP 7 stillschweigend hingenommen hat, werfen jetzt einen Fehler. Das ist auf Dauer ein Vorteil und beim Umstieg genau der Grund, warum alte Plugins brechen.
- Entfernte Funktionen:
create_function(),each()undsplit()gibt es nicht mehr. Jedes Plugin, das sie verwendet, stirbt beim Aufruf.
Vor dem Wechsel: Kompatibilität prüfen
Der Klick beim Hoster dauert zehn Sekunden, das Aufräumen danach kann Stunden dauern.
Diese Reihenfolge verhindert das.
- Backup anlegen: Dateien und Datenbank vollständig sichern, bevor Sie irgendetwas anfassen.
- Alles aktualisieren: WordPress-Kern, alle Plugins und das Theme auf den neuesten Stand bringen, denn ein großer Teil der Inkompatibilitäten verschwindet allein dadurch.
- Scannen: Das Plugin „PHP Compatibility Checker“ prüft Themes und Plugins gegen eine gewählte Ziel-Version und nennt Datei und Zeile. Es wird nicht mehr aktiv gepflegt, läuft aber weiterhin, als gepflegte Alternative gibt es „Plugin Compatibility Checker“.
- Inventur machen: Notieren Sie jedes Plugin, das seit über zwei Jahren kein Update erhalten hat. Genau diese sind die Kandidaten für Probleme, unabhängig davon, was der Scanner meldet.
- Testen: Kopieren Sie die Installation in ein Unterverzeichnis oder eine Staging-Umgebung, setzen Sie dort die neue Version und klicken Sie die Seite durch, besonders Formulare, Login und Checkout.
Typische Ausfallkandidaten sind selbst geschriebene Custom-Plugins, veraltete WooCommerce-Stände, alte Formular-Plugins und Premium-Plugins ohne gültige Lizenz, die deshalb keine Updates mehr ziehen.
Die Umstellung durchführen
Der eigentliche Wechsel passiert beim Hoster, nicht in WordPress.
Im Kundenmenü wählen Sie unter den PHP-Einstellungen die gewünschte Version und speichern, die Änderung greift sofort oder nach wenigen Minuten.
Brauchen Sie für ein einzelnes Verzeichnis oder eine Subdomain eine abweichende Version, setzen Sie diese per .htaccess, wobei die Direktive ganz an den Anfang der Datei gehört.
Nach der Umstellung prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Startseite, eine Unterseite, das Kontaktformular, den Login und das Backend unter „Website-Zustand“.
Wenn nach dem Wechsel nichts mehr geht
Ein weißer Bildschirm bedeutet, dass ein Plugin oder Theme einen fatalen Fehler wirft.
- Zurückwechseln: Setzen Sie die alte PHP-Version wieder, dann läuft die Seite sofort wieder.
- Plugins stilllegen: Benennen Sie per FTP den Ordner
wp-content/pluginsum, etwa inplugins-alt. - Neue Version setzen und prüfen, ob die Seite jetzt lädt.
- Einzeln reaktivieren: Ordner zurückbenennen und die Plugins nacheinander einschalten, der Übeltäter ist das, bei dem die Seite wieder weiß wird.
Sehen Sie statt eines weißen Bildschirms Warnhinweise im Text der Seite, handelt es sich um Deprecated-Meldungen.
Die sind nicht fatal, gehören auf einer Produktivseite aber ins Log und nicht auf die Startseite, stellen Sie deshalb display_errors auf Off.
Bleibt ein Plugin dauerhaft inkompatibel, haben Sie drei Möglichkeiten: den Hersteller anschreiben, ein Ersatzprodukt suchen oder die Funktion streichen.
Auf einer alten Version zu bleiben ist keine davon, denn das Problem wächst mit jedem Monat.
FAQ
Wo sehe ich die PHP-Version meiner WordPress-Website?
Im Backend unter „Werkzeuge“ und „Website-Zustand“, dort im Reiter „Info“ im Abschnitt „Server“.
Alternativ über eine phpinfo.php im Stammverzeichnis, die Sie danach sofort wieder löschen.
Welche PHP-Version braucht WordPress mindestens?
Formal PHP 7.4, empfohlen wird jedoch PHP 8.3 oder höher.
Alles unterhalb von PHP 8.2 erhält keine Sicherheitsupdates mehr und sollte nicht mehr im Einsatz sein.
Ist WordPress mit PHP 8 kompatibel?
Der WordPress-Kern ja, seit Version 5.6 aus dem Jahr 2020.
Die Frage entscheidet sich an Ihren Plugins und Ihrem Theme, denn dort sitzt praktisch jede Inkompatibilität.
Was passiert, wenn ich auf eine neue PHP-Version wechsle und etwas bricht?
Sie stellen im Kundenmenü Ihres Hosters die alte Version wieder ein, dann läuft die Seite sofort wieder.
Der Rückweg betrifft allerdings nur PHP selbst, beschädigte Dateien oder Datenbankeinträge holt er nicht zurück, dafür brauchen Sie das Backup.
Bringt ein Wechsel auf PHP 8 wirklich mehr Tempo?
Gegenüber PHP 7.4 ja, bei einem klassischen Blog etwa 5 bis 7 Prozent, bei WooCommerce bis zu 60 Prozent.
Zwischen PHP 8.2, 8.3 und 8.4 ist der Unterschied dagegen minimal, dort geht es um Sicherheit statt um Geschwindigkeit.
Warum zeigt mein Hoster eine andere Version an als WordPress?
Weil eine .htaccess im Verzeichnis die Einstellung überschreibt oder unterschiedliche Versionen für Web und Kommandozeile hinterlegt sind.
Verlassen Sie sich auf den Wert aus dem Website-Zustand oder aus der phpinfo-Ausgabe.
Kurz zusammengefasst
Prüfen Sie zuerst über den Website-Zustand, welche Version läuft, aktualisieren Sie dann alles, scannen Sie auf Kompatibilität, legen Sie ein Backup an und stellen Sie erst danach um.
In dieser Reihenfolge ist der Wechsel in einer Viertelstunde erledigt, in jeder anderen Reihenfolge wird es ein Abend.
Sie haben es geschafft!
Wie Sie die Umstellung konkret bei Strato durchführen, zeigt unsere Anleitung Strato PHP Version ändern.
Sie möchten das nicht selbst umsetzen? Wir übernehmen das für Sie. Mehr dazu auf unserer Seite Website-Wartung.

