Im Gespräch mit Webdesignern und Agenturen fallen Begriffe, die niemand erklärt, weil alle annehmen, sie seien bekannt.
Dieses Glossar erklärt die häufigsten davon, alphabetisch geordnet, jeweils mit dem Teil, der für Sie praktisch wichtig ist.
Inhalt
- Corporate Design
- Cost per Mille, CPM
- Disclaimer
- Hyperlink und Link
- Impression
- Mock-Up, Wireframe und Prototyp
- Permalink
- Popup
- Vlog
Corporate Design
Das Corporate Design ist das sichtbare Gesicht Ihres Betriebs, also die Gestaltung, die überall gleich auftritt.
Es ist der sichtbare Teil der Unternehmensidentität, die zusätzlich Auftreten, Sprache und Werte umfasst.
Vier Bausteine gehören dazu.
- Das Logo. Meist das Erste, was ein Kunde von Ihnen sieht. Einfach, auf einen Blick erkennbar, und in einer Vektordatei vorliegend, damit es auch auf einem Firmenschild scharf bleibt.
- Die Farben. Zwei bis drei, überall dieselben. Notieren Sie die Farbwerte schriftlich, sonst weichen Website, Visitenkarte und Fahrzeugbeschriftung voneinander ab.
- Die Schriften. Eine für Überschriften, eine für Text, gut lesbar. Mehr braucht kein Betrieb.
- Bilder und Grafiken. Ein einheitlicher Stil. Fünf Fotos vom gleichen Fototermin wirken stärker als zwanzig aus verschiedenen Quellen.
Worauf es dabei ankommt: Einheitlichkeit, Einfachheit und Anpassungsfähigkeit.
Einheitlich heißt, dass Website, Rechnung, Schaufenster und Stellenanzeige erkennbar zusammengehören.
Anpassungsfähig heißt, dass das Logo auch klein auf einem Handy und einfarbig auf einem Stempel funktioniert.
Selbst machen oder vergeben?
Selbst gemacht kostet nur Zeit und Sie behalten die Kontrolle, setzt aber ein Auge für Gestaltung voraus.
Vergeben kostet Geld und liefert in der Regel ein Ergebnis, das länger hält, weil es auf alle Anwendungen hin gedacht wurde.
Wenn Sie es selbst versuchen: mit „Canva“ für Vorlagen, „Coolors“ für Farbkombinationen und den kostenlosen Google Fonts für die Schriften kommen Sie weit.
Die Adobe-Programme sind das Werkzeug der Profis und für diesen Zweck überdimensioniert.
Cost per Mille, CPM
Hier ist zuerst ein Begriffswirrwarr aufzulösen, der in vielen Artikeln falsch dargestellt wird.
Der Preis für tausend Anzeigeneinblendungen heißt Cost per Mille, kurz CPM, auf Deutsch Tausend-Kontakt-Preis.
Er wird oft fälschlich „Cost per Impression“ genannt, und das ergibt rechnerisch etwas anderes, nämlich den Preis für eine einzelne Einblendung.
Und die Abkürzung CPI bedeutet im Werbegeschäft meist noch etwas Drittes, nämlich den Preis für eine App-Installation.
Fragen Sie bei einem Angebot also nach, welche der drei Größen gemeint ist, sonst vergleichen Sie Zahlen, die nicht vergleichbar sind.
Die Formel für den Tausend-Kontakt-Preis.
CPM = Kosten der Kampagne / Impressionen x 1.000
Ein Beispiel: Sie geben 500 Euro aus, und Ihre Anzeige wird 200.000 Mal eingeblendet.
500 geteilt durch 200.000, mal 1.000, ergibt 2,50 Euro.
Tausend Einblendungen kosten Sie also 2,50 Euro.
Wozu das gut ist: Sie können damit Werbeplätze untereinander vergleichen und abschätzen, was Reichweite kostet.
Und wozu es nicht gut ist, was der wichtigere Teil ist.
Der Wert sagt nichts darüber, ob Ihre Werbung wirkt.
Ein billiger Tausend-Kontakt-Preis bei einer Zielgruppe, die Ihre Leistung nicht braucht, ist teurer als ein hoher bei den richtigen Leuten.
Für einen örtlichen Betrieb ist deshalb der Preis pro Anfrage die Zahl, auf die es ankommt, nicht der Preis pro Einblendung.
Disclaimer
Ein Disclaimer ist eine Erklärung, mit der ein Websitebetreiber seine Haftung für bestimmte Folgen der Nutzung seiner Website begrenzen will.
Typische Formen sind der allgemeine Haftungsausschluss, ein Hinweis auf Urheberrechte an den eigenen Inhalten und der Hinweis bei Gesundheitsthemen, dass die Angaben keine ärztliche Beratung ersetzen.
Und nun der Teil, der in deutschsprachigen Ratgebern fast immer fehlt.
Ein Disclaimer ist in Deutschland kein Schutzschild.
Haftung lässt sich nicht dadurch ausschließen, dass man erklärt, nicht zu haften.
Besonders verbreitet ist der Textbaustein, mit dem Betreiber die Verantwortung für verlinkte fremde Seiten von sich weisen.
Dieser Baustein geht auf ein missverstandenes Gerichtsurteil aus den späten 1990er Jahren zurück und wird seither von Website zu Website kopiert.
Was tatsächlich zählt, sind zwei andere Dinge, und die sind Pflicht: ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, die Ihre wirklich eingesetzten Werkzeuge benennt.
Sinnvoll bleibt ein Hinweis dort, wo er inhaltlich etwas klarstellt, etwa bei Gesundheits-, Rechts- oder Finanzthemen, weil der Leser dann weiß, was er vor sich hat.
Wir sind Webdesigner und keine Rechtsanwälte, deshalb gilt hier besonders: lassen Sie die Texte einmal prüfen, statt sie von einer fremden Website zu übernehmen.
Hyperlink und Link
Ein Hyperlink, kurz Link, ist ein Verweis auf eine andere Seite, eine andere Stelle derselben Seite oder eine Datei.
Er ist der Klebstoff des Webs, denn ohne Links wären Seiten einzelne Inseln.
Erkennbar sind Links klassisch an unterstrichenem, blauem Text, auch wenn sie heute in allen Formen und Farben auftreten.
Eine Anmerkung zur Geschichte, weil sie oft verkürzt erzählt wird.
Die Begriffe Hypertext und Hyperlink stammen bereits aus den 1960er Jahren und gehen auf Ted Nelson zurück.
Tim Berners-Lee hat sie nicht erfunden, sondern das World Wide Web gebaut und damit dafür gesorgt, dass aus der Idee eine Technik wurde, die jeder nutzt.
Die Arten von Links
- Interne Links führen von einer Seite Ihrer Website auf eine andere Seite derselben Website.
- Externe Links führen auf eine fremde Website.
- Eingehende Links sind Verweise, die von fremden Websites auf Ihre zeigen. Diese heißen auch Backlinks und sind die, die für Ihre Sichtbarkeit zählen.
- Sprungmarken führen innerhalb derselben Seite an eine bestimmte Stelle, wie das Inhaltsverzeichnis oben in diesem Beitrag.
Warum Links für die Sichtbarkeit zählen
Suchmaschinen folgen Links, um Seiten überhaupt zu finden.
Eine Seite, auf die von nirgendwo verlinkt wird, ist schwer zu entdecken, selbst wenn sie in Ihrer Sitemap steht.
Dazu werden eingehende Links als Empfehlung gewertet.
Wichtig dabei: es zählt die Herkunft, nicht die Menge.
Ein Verweis vom Stadtportal Ihrer Stadt wiegt mehr als hundert aus einem Verzeichnis, das niemand liest, und gekaufte Linkpakete schaden mehr, als sie nutzen.
Bei internen Links gilt: schreiben Sie in den Linktext, was den Leser erwartet.
„Unsere Preise für die Website-Wartung“ ist ein guter Linktext, „hier klicken“ ist keiner, weder für den Leser noch für die Suchmaschine.
Impression
Eine Impression ist eine Einblendung, also ein Mal, dass Ihre Anzeige oder Ihr Suchergebnis angezeigt wurde.
Nicht angeklickt, nur angezeigt.
Wurde Ihre Anzeige hundert Mal eingeblendet, haben Sie hundert Impressionen, unabhängig davon, ob jemand darauf geklickt hat.
Ein Klick ist dagegen eine Handlung des Nutzers.
Aus beidem zusammen ergibt sich die Klickrate, also der Anteil der Einblendungen, aus denen ein Klick wurde.
Und jetzt der Teil, der für Sie tatsächlich nützlich ist, und der in den meisten Erklärungen fehlt.
Viele Impressionen bei null Klicks sind kein Zeichen für schlechte Nachfrage.
Es ist meist ein Zeichen für eine schlechte Position.
Sie werden angezeigt, aber so weit hinten oder mit einem so unattraktiven Eintrag, dass niemand klickt.
Das ist eine gute Nachricht, denn die Nachfrage ist offensichtlich da.
Suchen Sie in der Google Search Console also gezielt die Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks.
Genau dort liegt Ihr größter Hebel, und dort arbeiten Sie an Titel, Beschreibung und Inhalt, statt die Seite aufzugeben.
Mock-Up, Wireframe und Prototyp
Drei Begriffe, die durcheinander verwendet werden und drei verschiedene Stufen bezeichnen.
Diese Unterscheidung ist Geld wert, weil sie darüber entscheidet, was Sie bei einem Entwurf überhaupt beurteilen sollen.
- Der Wireframe ist die Skizze: graue Kästen, die zeigen, was wo steht. Keine Farben, keine Bilder, keine Schriften. Hier beurteilen Sie die Anordnung und die Reihenfolge der Inhalte, nichts anderes.
- Das Mock-Up ist das fertige Bild: Farben, Schriften, echte Bilder, echte Texte. Es sieht aus wie die spätere Website, lässt sich aber nicht bedienen. Hier beurteilen Sie das Aussehen.
- Der Prototyp ist das klickbare Modell: Sie können Menüs öffnen und Seiten wechseln, ohne dass eine Zeile Code existiert. Hier beurteilen Sie die Bedienung.
Warum diese Zwischenschritte lohnen?
Weil eine Änderung im Entwurf Minuten kostet und dieselbe Änderung an der fertigen Website Stunden.
Alle Beteiligten sehen vorher dasselbe, und Missverständnisse kommen genau dort heraus, wo sie noch billig sind.
Genau hier passiert der häufigste Fehler in Webprojekten: der Kunde bekommt einen Wireframe und urteilt über die Farben, die dort gar nicht vorkommen.
Lassen Sie sich deshalb immer sagen, welche Stufe Sie vor sich haben und worauf Sie schauen sollen.
Gearbeitet wird mit Werkzeugen wie „Figma“, das im Browser läuft und deshalb für die Abstimmung mit mehreren Beteiligten am praktischsten ist, sowie „Balsamiq“ für schnelle Skizzen.
„Sketch“ ist ebenfalls verbreitet, läuft allerdings nur auf einem Mac.
Und „Adobe XD“ finden Sie in älteren Empfehlungslisten, es wird vom Hersteller inzwischen aber nicht mehr weiterentwickelt.
Ein Hinweis für Ihre Praxis: bestehen Sie darauf, dass im Mock-Up Ihre echten Texte stehen und nicht Blindtext.
Ein Entwurf mit Blindtext sieht immer gut aus, und beim Einsetzen der echten Texte passt die Hälfte nicht mehr.
Permalink
Ein Permalink ist die dauerhafte Adresse eines einzelnen Inhalts, also die Adresse, unter der ein bestimmter Beitrag oder eine bestimmte Seite erreichbar ist.
Er ist damit eine besondere Art von Link: das Ziel, auf das andere verweisen.
Eine Klarstellung, weil hier ein Missverständnis verbreitet ist.
Permalinks bleiben nicht von selbst gleich, wenn Sie etwas verschieben.
Dauerhaft heißt: sie sollen dauerhaft bleiben, und dafür sind Sie zuständig.
Ändern Sie den Titel und damit den Adressteil eines Beitrags, entsteht eine neue Adresse, und die alte führt ins Nichts.
Was passiert dann konkret?
Alle fremden Verweise auf diese Seite laufen auf eine Fehlerseite, und die gesammelte Sichtbarkeit dieser Adresse ist weg.
Drei Regeln daraus.
- Struktur einmal festlegen, am Anfang, bevor Inhalte entstehen.
- Adressen später nicht mehr ändern, auch wenn Ihnen die Formulierung nicht mehr gefällt.
- Muss es doch sein, eine dauerhafte Weiterleitung einrichten, von der alten auf die neue Adresse. Damit landen Besucher und Suchmaschinen am richtigen Ort.
Popup
Ein Popup ist ein kleines Fenster, das sich über den Inhalt einer Seite legt.
Typische Einsätze: die Anmeldung zum Newsletter, ein Sonderangebot, eine Bestätigung, eine Umfrage, eine Altersabfrage oder der Hinweis zu Cookies.
Eingebaut werden sie in WordPress über eine Erweiterung, und auf Websites ohne Redaktionssystem über HTML, CSS und JavaScript, wofür es fertige Bibliotheken gibt.
Worauf Sie achten müssen
Ein aufdringliches Popup kostet Sie Besucher, und zwar messbar.
- Es muss leicht zu schließen sein. Ein großes, deutliches Kreuz, und nicht ein graues Zeichen in der Ecke.
- Nicht sofort und nicht wiederholt. Erst nach einigen Sekunden oder wenn der Besucher ein Stück gelesen hat, und einmal pro Besuch.
- Auf dem Handy prüfen. Dort füllt ein Popup schnell den ganzen Bildschirm, und wenn dann das Kreuz außerhalb des sichtbaren Bereichs liegt, ist Ihre Seite unbenutzbar.
- Datenschutz beachten. Sammelt das Popup Daten oder setzt es Cookies, gelten dieselben Regeln wie überall: informieren und, wo nötig, vorher zustimmen lassen.
Und der Punkt, der den Einsatz auf dem Handy fast immer entscheidet.
Google bewertet Einblendungen, die auf dem Handy den Inhalt verdecken, ausdrücklich negativ.
Ein Popup, das den Besucher direkt nach dem Klick aus dem Suchergebnis empfängt und den Text verdeckt, kann Ihnen also Sichtbarkeit kosten.
Ausgenommen sind Einblendungen, die rechtlich erforderlich sind, etwa zur Zustimmung oder zur Altersabfrage.
Für einen örtlichen Betrieb lautet die ehrliche Empfehlung deshalb: verzichten Sie darauf.
Eine sichtbare Telefonnummer im oberen Bereich wirkt besser als jedes Popup, und sie verärgert niemanden.
Vlog
Ein Vlog ist ein Blog in Videoform, das Wort setzt sich aus Video und Blog zusammen.
Statt zu schreiben, spricht der Autor in die Kamera, veröffentlicht wird auf den üblichen Videoplattformen und in sozialen Netzwerken.
Entstanden ist das Format mit der Möglichkeit, Videos überhaupt online zu stellen, als erster Vlog gilt ein Beitrag von Adam Kontras aus dem Jahr 2000.
Warum es funktioniert: man sieht und hört den Menschen, und das baut schneller Vertrauen auf als geschriebener Text.
Der Einstieg in fünf Schritten.
- Thema festlegen. Für einen Betrieb am besten die Fragen, die Kunden Ihnen ohnehin stellen.
- Ausrüstung vorbereiten. Kamera und Mikrofon. Das Handy genügt, und das Mikrofon ist wichtiger als die Kamera, denn schlechten Ton verzeiht niemand, ein mittelmäßiges Bild schon.
- Aufnehmen. Natürlich sprechen, nicht ablesen.
- Schneiden. Pausen raus, eventuell Musik und Einblendungen dazu.
- Veröffentlichen, mit einem Vorschaubild, das etwas aussagt, und mit Untertiteln, weil der größte Teil unterwegs ohne Ton schaut.
Für Handwerk, Gastronomie und Praxen ist das eine der wirksamsten Formen von Inhalt überhaupt, weil man Ihre Arbeit sehen kann.
Und der ehrliche Hinweis dazu: es ist Arbeit, die regelmäßig anfallen muss.
Drei Videos und danach ein Jahr Stille wirken schlechter als keins.
Fazit
Die drei Begriffe, bei denen sich das genaue Hinsehen am meisten lohnt, sind der Tausend-Kontakt-Preis, der Permalink und der Disclaimer.
Beim ersten fragen Sie nach, welche Größe gemeint ist, beim zweiten ändern Sie nachträglich keine Adressen, und beim dritten verlassen Sie sich nicht auf einen kopierten Textbaustein.
Sollte in einem Gespräch ein Begriff fallen, den Sie nicht kennen, fragen Sie nach.
Ein Dienstleister, der einen Fachbegriff nicht in zwei Sätzen erklären kann, hat ihn selbst nicht verstanden, und das ist eine nützliche Auskunft!


