Die meisten Fragen zu WordPress sind keine großen Fragen, sondern Handgriffe, die man einmal gezeigt bekommen muss.

Dieser Beitrag sammelt die neun häufigsten davon, jeweils mit dem Weg und mit dem Fehler, der dabei am häufigsten passiert.

Inhalt

Startseite festlegen

WordPress zeigt von Haus aus die neuesten Blogbeiträge als Startseite.

Für eine Firmenwebsite ist das falsch, denn dann sieht ein Interessent zuerst Ihren letzten Beitrag statt Ihres Angebots.

Sie wollen selbst bestimmen, was als Erstes zu sehen ist.

  1. Anmelden. Hängen Sie /wp-admin an Ihre Adresse an, also etwa ihrefirma.de/wp-admin.
  2. Zu den Leseeinstellungen gehen, unter Einstellungen und dann Lesen.
  3. „Eine statische Seite“ auswählen statt der letzten Beiträge.
  4. Die Seiten zuordnen. Oben Ihre Startseite, darunter die Seite, auf der die Blogbeiträge erscheinen sollen. Die Beitragsseite muss leer sein, denn WordPress überschreibt ihren Inhalt mit der Beitragsliste. Das ist der Fehler, der hier am häufigsten passiert: man schreibt Text auf diese Seite und wundert sich, warum er nicht erscheint.
  5. Speichern.

Was auf die Startseite gehört: in den ersten Zeilen, was Sie anbieten und für wen, dazu ein Weg zur Kontaktaufnahme.

Prüfen Sie das auf dem Handy, denn dort sieht der Besucher nur den oberen Bildschirmbereich und entscheidet daran, ob er bleibt.

Sprache auf Deutsch umstellen

Eine englische Verwaltungsoberfläche kostet Sie bei jedem Handgriff Zeit, weil Sie die Begriffe übersetzen müssen.

  1. Unter Settings und dann General zum Punkt Site Language gehen.
  2. Im Auswahlfeld „Deutsch“ wählen. Es gibt zusätzlich „Deutsch (Sie)“, das die formelle Anrede verwendet, und das ist für eine Firmenwebsite die passende Wahl.
  3. Speichern, und die Oberfläche ist umgestellt.

Zwei Dinge, die diese Einstellung nicht erledigt.

Ihre Inhalte werden nicht übersetzt, die schreiben Sie selbst.

Und Erweiterungen und Themes sind nur so weit auf Deutsch, wie ihre Entwickler das vorgesehen haben.

Einzelne Begriffe bleiben deshalb oft englisch, gerade in Formularen und Shop-Erweiterungen.

Stört das an einer sichtbaren Stelle, lässt sich der betreffende Text mit dem Plugin „Loco Translate“ einzeln überschreiben, ohne dass Sie an Dateien müssen.

Übersetzen Sie dabei nur, was Ihre Besucher tatsächlich sehen, und nicht die Verwaltungsoberfläche.

Favicon setzen

Das Favicon ist das kleine Bild im Browser-Tab und in der Lesezeichenliste.

Der Name kommt von Favoriten-Symbol, und es wirkt wie ein Miniaturlogo.

Der Nutzen ist klein und konkret: bei zwanzig offenen Tabs findet man Ihre Seite wieder, und in den Suchergebnissen auf dem Handy steht es neben Ihrem Eintrag.

Eine Einordnung dazu, weil das oft überhöht wird: das Favicon verbessert Ihre Platzierung nicht.

Es kann die Klickrate erhöhen, weil Ihr Eintrag auffälliger wird, und das ist der ganze Effekt.

Und jetzt die Korrektur einer Anleitung, die überall noch steht.

Sie brauchen keine Datei im alten ICO-Format und keinen Umwandlungsdienst, und Sie brauchen kein 16 mal 16 Pixel kleines Bild.

WordPress bringt dafür eine eigene Funktion mit.

  1. Ein quadratisches Bild vorbereiten, mindestens 512 mal 512 Pixel, als PNG mit durchsichtigem Hintergrund.
  2. Unter Design und Customizer den Punkt Website-Informationen öffnen und dort das Website-Symbol hochladen.
  3. Zuschneiden und speichern. WordPress erzeugt daraus selbst alle benötigten Größen.

Worauf es bei der Gestaltung ankommt.

Einfach, denn bei dieser Größe ist alles Feine verloren.

Kein Text außer höchstens einem Buchstaben, guter Kontrast, und passend zu Ihrem Logo, idealerweise ein Element daraus.

Prüfen Sie es danach auch bei dunklem Browserdesign, denn ein schwarzes Symbol auf durchsichtigem Grund verschwindet dort vollständig.

Der Fußbereich enthält meist die Verweise auf Impressum und Datenschutz, Ihre Kontaktdaten und einen Urheberrechtshinweis.

Es gibt drei Wege, ihn zu ändern, und sie unterscheiden sich im Risiko.

Mit einem Seitenbaukasten

Baukästen wie „Elementor“, „Divi“ oder „Beaver Builder“ bringen eine eigene Bearbeitung für Kopf- und Fußbereich mit.

Sie öffnen den Fußbereich darin, ziehen Elemente hinein, ordnen sie an und speichern.

Der bequemste Weg, wenn Sie ohnehin mit einem Baukasten arbeiten.

Über die Theme-Einstellungen

Unter Design und Customizer haben die meisten Themes einen Bereich für den Fußbereich: Spaltenzahl, Inhalte, Farben und der Urheberrechtstext.

Dazu kommen die Widgets, mit denen Sie Menüs, Öffnungszeiten oder Kontaktdaten in die Spalten setzen.

Für die üblichen Änderungen reicht dieser Weg völlig aus.

Über die Datei footer.php

Damit lässt sich alles ändern, und hier gehört eine deutliche Warnung dazu.

In vielen Anleitungen steht, Sie sollten die Datei über den Theme-Editor im Verwaltungsbereich bearbeiten.

Tun Sie das nicht.

Erstens ist Ihre Änderung beim nächsten Theme-Update überschrieben und ersatzlos weg.

Zweitens kann ein Tippfehler die gesamte Website ausschalten, samt Anmeldeseite, und dann kommen Sie an den Editor nicht mehr heran, um Ihren Fehler zurückzunehmen.

Wenn Sie wirklich in die Datei müssen, legen Sie zuerst mit dem Plugin „Child Theme Configurator“ ein Child-Theme an und bearbeiten Sie die Datei dort.

Dann übersteht Ihre Änderung jedes Update.

Und wenn es Ihnen nur um das Aussehen geht, gibt es Werkzeuge wie „CSS Hero“, mit denen Sie Schriftgrößen, Farben und Abstände ohne Code anpassen.

Kontaktformular einbauen

Mit „Contact Form 7“ ist das in vier Schritten erledigt.

  1. Plugin installieren. Unter Plugins und dann Installieren nach dem Namen suchen, installieren, aktivieren.
  2. Formular anlegen. Im Menü erscheint ein neuer Punkt für Formulare. Dort legen Sie eines an, bestimmen die Felder und gehen die Bereiche für den Mailversand und die Rückmeldungen durch. Fragen Sie nur ab, was Sie brauchen, denn jedes Pflichtfeld kostet Anfragen.
  3. Einbinden. Sie kopieren den angezeigten Kurzbefehl und setzen ihn auf die gewünschte Seite.
  4. Weiterleitung einrichten. Nach dem Absenden auf eine Dankesseite leiten. Das wirkt zuverlässiger und Sie können den Aufruf dieser Seite als Anfrage zählen.

Setzen Sie die Dankesseite dabei auf „nicht indexieren“, etwa über „Yoast SEO“.

Sonst erscheint sie in den Suchergebnissen, Besucher landen direkt darauf, und Ihre Zählung geht falsch.

Und der wichtigste Schritt, der in keiner Anleitung steht: schicken Sie eine echte Testanfrage ab und prüfen Sie, ob sie ankommt.

Formulare, die stillschweigend ins Leere senden, sind der teuerste Fehler auf einer Firmenwebsite, weil sich niemand beschwert.

Prüfen Sie das einmal im Monat erneut, und schauen Sie auch in den Spam-Ordner.

Seiten duplizieren

Wenn Sie mehrere ähnliche Seiten brauchen, etwa je eine pro Leistung, bauen Sie eine sauber und kopieren sie.

WordPress kann das von sich aus nicht, dafür gibt es Erweiterungen wie „Yoast Duplicate Post“.

  1. Unter Plugins und Neu hinzufügen nach „Duplicate Post“ suchen, installieren, aktivieren.
  2. In der Seiten- oder Beitragsliste mit der Maus über den Titel fahren.
  3. Auf die neue Option zum Duplizieren klicken, und die Kopie liegt als Entwurf bereit.

Und nun der Punkt, der über Nutzen oder Schaden entscheidet.

Eine Kopie ist ein Gerüst, kein fertiger Inhalt.

Wenn Sie zehn Seiten duplizieren und jeweils nur den Ortsnamen oder die Leistung austauschen, haben Sie zehn nahezu identische Seiten.

Genau dieses Muster erkennt Google und nimmt solche Seiten nicht in den Bestand auf.

Dann haben Sie Arbeit investiert in Seiten, die nirgends erscheinen, und die Einschätzung Ihrer ganzen Website belastet.

Nutzen Sie das Duplizieren also für den Aufbau, und schreiben Sie den Inhalt jeder Seite neu.

Denken Sie außerdem daran, Titel, Adressteil und Meta-Beschreibung der Kopie zu ändern, denn die kommen aus dem Original mit.

Kalender einbauen

Sinnvoll für alle, die Termine oder Veranstaltungen ankündigen: Vereine, Praxen mit Kursen, Gastronomie mit Veranstaltungen.

Mit einer Erweiterung

„The Events Calendar“ ist die verbreitetste Lösung, mit kostenloser Grundfassung.

Wiederkehrende Termine, Suche nach Veranstaltungen und Kartenanbindung sind dabei.

„All-in-One Event Calendar“ arbeitet mit farbigen Kategorien und lässt sich an Kalender auf dem Rechner und Telefon anbinden.

„EventON“ ist kostenpflichtig, dafür gestalterisch freier und für mehrere Kalender nebeneinander gebaut.

Über einen bestehenden Kalender

Führen Sie Ihre Termine ohnehin in einem Kalenderdienst, können Sie diesen einbinden und pflegen weiterhin nur an einer Stelle.

Das ist der bequemste Weg und hat einen Haken, der auch für Karten und Videos gilt: eine solche Einbindung lädt von fremden Servern und überträgt dabei die Adresse Ihres Besuchers.

Sie brauchen dafür also eine Zustimmung, oder Sie laden den Kalender erst nach einem Klick.

Eine Erweiterung, die die Termine auf Ihrem eigenen Server verwaltet, hat dieses Problem nicht.

YouTube-Video einbetten

In WordPress ist das einfacher, als die meisten Anleitungen es darstellen.

Sie brauchen keinen Einbettungscode zu kopieren.

Fügen Sie die Adresse des Videos einfach in einen leeren Absatz ein, und WordPress erzeugt daraus selbst den Player.

Der Weg über den Einbettungscode bleibt für Websites ohne Redaktionssystem und wenn Sie Einstellungen brauchen, die der einfache Weg nicht bietet.

  1. Video hochladen und darauf achten, dass Sie die Rechte an allem haben, was darin vorkommt, Musik eingeschlossen.
  2. Code holen. Unter dem Video auf Teilen und dann auf Einbetten, dort erscheint der Code.
  3. Code kopieren, entweder über die Schaltfläche oder mit der Tastenkombination zum Kopieren.
  4. Einfügen, im HTML-Bereich der Seite, und speichern.
  5. Prüfen, ob das Video erscheint und ob es auf dem Handy in der Breite passt.

Und jetzt der Teil, der in der ursprünglichen Anleitung fehlte und der für eine deutsche Website der wichtigste ist.

Ein eingebettetes Video lädt von Google-Servern, sobald die Seite aufgerufen wird, und überträgt dabei Daten Ihres Besuchers.

Das passiert, bevor jemand auf Abspielen geklickt hat.

Zwei Dinge helfen.

Beim Einbetten lässt sich der datenschutzfreundliche Modus wählen, der weniger Daten überträgt.

Und wirksamer ist eine Lösung, die zuerst nur ein Vorschaubild zeigt und das Video erst nach einem Klick des Besuchers lädt.

Das hat einen zweiten Vorteil: Ihre Seite lädt deutlich schneller, weil der Player nicht mitgeladen wird.

Nennen Sie den Dienst in jedem Fall in Ihrer Datenschutzerklärung.

Wollen Sie mehr Kontrolle über den Player, gibt es Dienste wie „Embedly“ oder Generatoren, mit denen Sie Größe und Verhalten festlegen.

Verzichten Sie dabei auf automatisches Abspielen, denn ein Video, das ungefragt losläuft, vertreibt Besucher zuverlässig.

Cookies im Browser löschen

Cookies sind kleine Dateien, die Websites auf Ihrem Gerät ablegen, um sich etwas zu merken, etwa Ihre Anmeldung oder Ihre Spracheinstellung.

Als Websitebetreiber brauchen Sie das Löschen regelmäßig, und zwar aus einem ganz praktischen Grund.

Nach jeder Änderung sehen Sie sonst die alte Fassung Ihrer Seite und halten die Änderung für gescheitert.

Und Ihr Zustimmungsbanner erscheint nur beim ersten Besuch, zum Testen müssen Sie es also zurücksetzen.

Statt für jeden Browser einen Klickweg zu beschreiben, der sich mit jeder Version ändert, hier der Weg, der überall funktioniert.

Drücken Sie in Chrome, Firefox und Edge die Tastenkombination Strg, Umschalt und Entf gleichzeitig, auf einem Mac Befehl, Umschalt und Entfernen.

Es öffnet sich direkt das Fenster zum Löschen der Browserdaten, dort wählen Sie Cookies und Websitedaten und bestätigen.

In Safari finden Sie es in den Einstellungen unter Datenschutz und dann Website-Daten verwalten.

Ein Hinweis zum Internet Explorer, weil er in älteren Anleitungen noch auftaucht: dieser Browser wird nicht mehr unterstützt und sollte nicht mehr verwendet werden.

Und für das Prüfen Ihrer eigenen Website gibt es den bequemeren Weg: öffnen Sie ein privates Fenster.

Dort sind keine Cookies gespeichert und Sie sind nicht angemeldet, Sie sehen Ihre Seite also genau so wie ein fremder Besucher.

Das ist die Prüfung, die Sie nach jeder Änderung machen sollten.

Fazit

Die vier Handgriffe, die Sie direkt nach der Installation machen sollten: statische Startseite festlegen, Sprache auf Deutsch mit formeller Anrede, Favicon setzen, Kontaktformular einbauen und testen.

Bei allem, was Dateien des Themes betrifft, gilt: über die Einstellungen oder ein Child-Theme, nie über den Theme-Editor im Verwaltungsbereich.

Und bei allem, was von fremden Servern lädt, also Kalender, Karten und Videos, brauchen Sie eine Zustimmung oder eine Lösung, die erst nach dem Klick lädt.

Sollte eine Änderung nach dem Speichern nicht erscheinen, ist es fast immer ein Zwischenspeicher und nicht Ihr Fehler.

Prüfen Sie im privaten Fenster, und wenn es dort richtig aussieht, leeren Sie den Zwischenspeicher Ihres Caching-Plugins und den Ihres vorgeschalteten Dienstes.

Dann sehen auch Ihre Besucher, was Sie geändert haben!